EU auf dem Weg zur „maßgebenden Weltraummacht“

Matthias Monroy

Europa hat viel vor mit dem neuen Satellitenaufklärungssystem GMES:
"Bekämpfung von Terrorismus und Klimawandel, Förderung einer
nachhaltigen Entwicklung, industrielle Erneuerung und
Konjunkturbelebung"

Die Errichtung eines eigenen EU-Satellitenaufklärungssystems und die
Nutzung gewonnener Daten auch durch europäische Sicherheitsbehörden ist
in den letzten beiden Wochen ein entscheidendes Stück vorangekommen. In
erster Lesung hatte das EU-Parlament am Mittwoch mit großer Mehrheit
(33 Gegenstimmen bei 624 Stimmen für die Annahme) die neue Verordnung
für die "Europäische Initiative für die Globale Umwelt- und
Sicherheitsüberwachung" GMES
beschlossen.

[heise.de] Damit haben die Parlamentarier den Weg geebnet, den parallel zum
Satellitenpositionierungsdienst Galileo
aufgebauten Weltraum-Überwachungsdienst GMES bis 2014 einsatzbereit zu
haben. Mit GMES will die Europäische Union die Satellitenaufklärung der
Mitgliedsstaaten um ein eigenes System ergänzen (siehe Kontrollgelüste
aus dem Orbit
) und unabhängig von
Satelliten der USA und anderen kommerziellen Diensten werden, die
bislang einen beträchtlichen Teil der verwerteten Bilder liefern.

Das Parlament ist sich einig mit der Kommission und dem
parlamentarischen Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE),
die zuvor einstimmig für die neue Verordnung votierten. Für die nun
beginnende "operationelle Phase" von GMES stellt die EU zusätzliche 107
Millionen Euro bereit, die aus Mitteln in Höhe von 209 Millionen Euro
aus dem 7. Europäischen Rahmenprogramm (FP7) ergänzt werden. Auch
hierfür hatte das EU-Parlament grünes Licht gegeben.

Neben den neuen Finanzzusagen wird gleichzeitig über die Verteilung
längst vorgesehener Gelder verhandelt. Letzte Woche hatte die
Europäische Kommission Verhandlungen zur Unterzeichnung neuer
Forschungsverträge in Höhe von insgesamt 324 Millionen Euro aus
bestehenden Töpfen des FP7 angekündigt.
108 Konsortien aus dem Bereich der Weltraum- und Sicherheitsforschung
wurden nach Aufforderung zur Einreichung neuer Vorschläge für die
diesjährige Vergaberunde ausgewählt. (weiter auf heise.de)