Falsche Batterien eingelegt: Rentner nach Fehleinsatz von Elektroschocker getötet

11 Apr, 2008
[rp-online] Als der Elektroschocker nicht funktionierte, griffen die Polizisten zur Waffe. Mit sechs Schüssen töteten Beamte an Heiligabend 2007 einen verwirrten Rentner im südhessischen Heppenheim. Der Mann könnte noch leben, wenn der Taser mit den richtigen Batterien geladen gewesen wäre.

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt bestätigte am Mittwoch einen Bericht des Hessischen Rundfunks, wonach der gegen den Mann eingesetzte Taser-Elektroschocker nicht richtig funktionierte. Die Beamten hätten den 66-Jährigen nach dem Versagen des Tasers mit sechs Schüssen getötet.

Der 66-Jährige hatte sich an Heiligabend 2007 in seiner Wohnung über Stunden verbarrikadiert, mit einem Blutbad gedroht und die Beamten schließlich mit Messern bedroht. Als ein Sondereinsatzkommando der Frankfurter Polizei die Wohnung stürmte, versuchten die Beamten zunächst, den Mann mit einem Taser vom Typ M-26 kampfunfähig zu machen. Taser verschießen an Drähten hängende Pfeile aus einer Kartusche. Diese bohren sich in die Kleidung des Getroffenen. Über die Drähte wird dem Betroffenen dann ein Stromstoß verabreicht.

Wie Staatsanwalt Ger Neuber berichtete, ergab eine Untersuchung nun, dass der von den Beamten genutzte Taser mit den falschen Batterien geladen war. Zudem sei die eingesetzte Kartusche an Heiligabend 2007 bereits seit 17 Monaten abgelaufen gewesen. Dadurch sei der Taser faktisch nicht funktionsfähig gewesen. Wer für die Fehlfunktion verantwortlich sei, werde derzeit von der Staatsanwaltschaft noch geprüft. Gegen die beteiligten Beamten des SEK wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt.

Source: http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/panorama/deutschland/justiz/553826 


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