Tunesien: Zwischen Revolution und Migration

Eindrücke und Fragmente einer Delegationsreise im Mai 2011

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Im Mai diesen Jahres war eine 12-köpfigen Delegation antirassistischer Netzwerke zu einer Kontakt- und Erkundungstour nach Tunesien gereist. Wir wollten erfahren, was das für eine Revolution war und ist, was sie verändert hat und was wir daraus lernen können. Wir wollten ausloten, ob und wie eine längerfristige Zusammenarbeit mit Gruppen in Tunesien entwickelt werden kann. Ist es gemeinsam möglich, die Installierung eines neuen Wachhund-Regimes, wie es die EU derzeit versucht, zu verhindern oder jedenfalls zu stören? (Wie) können wir die Forderungen nach Bewegungsfreiheit – sowohl der tunesischen Reise- oder Emigrationswilligen wie auch der Transitflüchtlinge oder -migrantInnen vor allem aus Subsahara-Afrika – konkret aufgreifen und praktisch unterstützen? Mit diesen Zielen und Fragen waren wir in Tunis, an der Küste, in Orten im Hinterland, wo der Aufstand begann und in Flüchtlingslagern an der tunesisch-libyschen Grenze.

Aus unseren Interviews und Treffen, aus unseren Erfahrungen und Notizen haben wir – ergänzt durch einige Gastartikel – unter oben-genanntem Titel eine 60-seitige Broschüre zusammengestellt. Mit dieser Veröffentlichung geht es uns ganz zentral darum, einen Zusammenhang zwischen den Bewegungen in (Nord)Afrika und Europa herzustellen: nicht (nur) als Aufruf zur Solidarität mit „anderen“, sondern als Suche nach gemeinsamen Interessen und Bewegungsansätzen, um die notwendigen Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit und politischer Partizipation in Zeiten eines globalen Aufbruchs auch gemeinsam zu stellen und gemeinsam dafür zu streiten. In diesem Sinne verweisen wir auch auf den Ausblickstext der Broschüre, in dem wir konkrete Handlungsperspektiven benennen bzw. vorschlagen-

Die gedruckte Fassung kann ab sofort für 3,- Euro pro Stück (plus Porto) bestellt werden. WiederverkäuferInnen räumen wir einen Rabatt von 20% ab einer Bestellung von 10 Exemplaren ein.

Bestellungen nehmen wir unter der Adresse office(ät)bordermonitoring(punkt)eu entgegen. Bitte gebt eine Lieferadresse an, und ggf. eine Rechnungsadresse. Die Verschickung beginnt am 30. August.

Inhaltsverzeichnis

  • EINLEITUNG | Warum wir in Tunesien waren und warum diese Broschüre
  • AURFUF | Freiheit statt Frontex
  • ÜBERBLICK | Zur Revolution in Tunesien
  • POSTREVOLUTION | Politische Niederlagen – aber der soziale Widerstand wächst
  • INTERVIEW | Mehdi Mabrouk: „Für eine Kooperation der Zivilgesellschaften beider Ufer des Mittelmeers!“
  • ZIVILGESELLSCHAFT | Zum Tunesischen Forum für ökonomische und soziale Rechte
  • FLÜCHTLINGE | Abdeljelil Bedoui: „Wir gewähren selbst 200.000 Menschen Asyl“
  • FEMINISMUS | „Nackt vor dem Staat“
  • SPURENSUCHE | Sidi Bouzid, wo die Revolution begann
  • SCHNITTPUNKT | Ben Guerdane – Zwischen Revolution und Migration
  • EUROPA | Die Grenzen Europas – Die Reaktion der EU auf die demokratischen Revolutionen in Nordafrika am Beispiel Migration
  • LAGER 1 | Detention Centres und das Europäische Migrationsregime in Tunesien
  • PROZESS | Tunesische Fischer – Lebensretter vor Gericht
  • HILFSORGANISATION | Ben Youssef Karim: „Die Erde kennt keine Grenzen“
  • LIBYEN | Flucht vor Gaddafi – Zu Gast bei einer libyschen Familie in Ben Guerdane
  • LAGER 2 | Unerträgliche Hitze und Warten im Nichts
  • DOKUMENTATION | Voices of Choucha – Appell zur Flüchtlingsaufnahme
  • FLUCHT AUS LIBYEN | Odyssee im Mittelmeer
  • ITALIEN | Notstandspolitik als Antwort auf Flüchtlinge aus Nordafrika
  • FRANKREICH | Tunesische MigrantInnen in Paris und Marseille
  • VERNETZUNG | Auf der Suche nach Verbindungslinien
  • AKTION | Bootsaktion gegen Frontex und den Tod im Mittelmeer
  • AUFRUF | Schiffe der Solidarität – das Sterben im Mittelmeer stoppen
  • AUSBLICK | Mediterranean Precarious Connections