"Datenschutz" a la EU
geschrieben von europolice | 20 Jul, 2008Sex & Crime & Holidays
[kairaven.de] Ich habe mir heute mal in Bezug zum neuen EU-USA und zum Deutschland-USA Datendeal den Abschlußbericht
der EU-USA "High-Level" Kontaktgruppe zur Vereinbarung eines Minimums
an gemeinsamen Datenschutzprinzipien für das Treffen der Gruppe am 12.
Juni und den Entwurf der EU
zum Rahmenbeschluss bezüglich des Schutzes persönlicher Daten, die im
Rahmen der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit verarbeitet
werden, durchgelesen, die Statewatch im letzten Newsletter verlinkt
hatte.
Neben den üblichen Mechanismen, mit denen angeblich die Grundrechte und
der Datenschutz trotz der intensivierten Speicherung und
Austauschverfahren gewahrt werden sollen, gab es eine Stelle, die in
allen drei Werken gleichlautend ist. Und die betrifft die persönlichen
Daten, die jenseits üblicher Daten wie Namen, Adressen, begangene
Delikte usw. alle erfassen und miteinander austauschen wollen.
In dem Abkommen zwischen Deutschland und den USA heißt es:
Personal information revealing racial or ethnic origins, political opinions or religious or philosophical beliefs, or trade union membership, as well as personal information concerning health or sexual life or other categories defined under domestic law may not be processed unless domestic law provides appropriate safeguards.
Processing of special categories of data
The processing of personal data revealing racial or ethnic origin, political opinions, religious or philosophical beliefs or trade-union membership and the processing of data concerning health or sex life shall be permitted only when this is strictly necessary and when the national law provides adequate safeguards.
Der letztgenannte Entwuf enthält auch noch in Artikel 13 und 26 die passenden Klauseln, damit bereits abgeschlossene Abkommen wie der Deal zwischen Deutschland und den USA nicht von den Bestimmungen zum "Datenschutz" im Rahmenbeschluß berührt werden und die Erlaubnis für einen EU-Mitgliedsstaat, der bereits von einem anderen EU-Mitgliedsstaat Daten geliefert bekommen oder bezogen hat, zur Weitergabe dieser Daten an zuständige Stellen in Drittstaaten wie den USA oder internationalen Institutionen wie der NATO oder die UN, wenn das nationale Recht so ausgelegt ist (bzw. wird, das muss man noch hinbiegen), dass dies erlaubt ist und die erwähnten Datenschutzmechanismen existieren, sprich der Datenausverkauf und -handel auch hübsch protokolliert und beaufsichtigt wird:
Transfer to competent authorities in third States or to international bodies
1. Member States shall provide that personal data transmitted or made available by the competent authority of another Member State may be transferred to third States or international bodies only if:
(d) the third State or international body concerned ensures an adequate level of protection for the intended data processing.
3. By way of derogation from paragraph 1(d), personal data may be transferred if:
(a) the national law of the Member State transferring the data so provides because of:
(i) legitimate specific interests of the data subject; or
(ii) legitimate prevailing interests, especially important public interests; or
(b) the third State or receiving international body provides safeguards which are deemed adequate by the Member State concerned according to its national law.
Article 26
Relationship to Agreements with third States
This Framework Decision is without prejudice to any obligations and commitments incumbent upon Member States or upon the Union by virtue of bilateral and/or multilateral agreements with third States existing at the time of adoption of this Framework Decision.
Mit diesem Beitrag mache ich erstmal Sommerpause bis Ende August. Das Wetter ist viel zu schön und Ablenkungen gibt es viele, um sich jeden Tag mit einem Dutzend Big Brothers zu vermiesen.
Siehe auch:
Heise - Zähes Ringen um EU-Datenschutzregeln für Polizeibehörden
Source: blog.kairaven.de



