Aufruf zum Summer of Resistance 2009

23 Mär, 2009

Gegen NATO, G20, G8, Frontex und das “Stockholm Programm”!
Sicherheitsarchitekturen einstürzen!

Seit Ende des letzten Jahrtausends findet innerhalb der EU ein Umbau der “Sicherheitsarchitektur” statt, der durch die Anschläge des 11. September 2001 in den USA nochmals beschleunigt wurde. Sichtbare Phänomene sind z.B. die Verschränkung innerer und äußerer Sicherheit, ein “Pooling” von Verfolgungsbehörden und Nachrichtendiensten und ein vereinfachter Datenaustausch.
Auf technischer Ebene werden wir konfrontiert mit neuen digitalen Überwachungskameras, Satellitenbeobachtung, Biometrie, Drohnen, Software zur intelligenten Suche in Datenbanken und neuen, breitbandigen Netzen zur Verwaltung dieser immensen digitalen Datenflut.
Neue Institutionen und Behörden wurden geschaffen, darunter das “Europäische Polizeiamt” Europol, die Polizeiakademie CEPOL, die “Grenzschutzagentur” Frontex oder der “Ausschuss für die operative Zusammenarbeit” aller polizeilichen Einrichtungen der EU samt ihrem geheimdienstlichen Lagezentrum.
Auf Initiative der damaligen französischen Verteidigungsministerin (und jetzigen Innenministerin) Michèle Alliot-Marie wurde 2004 die “Europäische Gendarmerietruppe” (EGF) eingerichtet. Die EGF soll in Krisengebieten die “Öffentliche Ordnung” gewährleisten, Aufstandsbekämpfung betreiben, geheimdienstliche Informationen beschaffen und Eigentum schützen.

Die Sicherheitsindustrie dürfte einer der wenigen Zweige sein, der von der gegenwärtigen Krise des Kapitalismus und den daraus resultierenden Kämpfen gewaltig profitiert. Europas Polizeien bereiten sich auf Protest und Widerstand gegen die Auswirkungen der Krisen vor.

Selbst der Vorsitzende des Internationalen Währungsfonds IWF räumt ein, dass zukünftig mehr Aufstände zu erwarten sind.
Die Institutionen der “führenden Wirtschaftsnationen” sind gezwungen, sich neu zu organisieren. Die diesjährigen “Gipfeltreffen” der NATO, G8 und G20 sind für diese Neuordnung von zentraler Bedeutung. Themen wie Klima, Migration oder Landwirtschaft werden als sicherheitspolitische Risiken zur Bedrohung eines “westlichen Lebensstils” betrachtet.
Innerhalb der Europäischen Union finden innenpolitische Veränderungen statt, deren Auswirkungen gegenwärtig kaum einschätzbar sind.

Alle fünf Jahre beschließen die Innen- und Justizminister der EU neue Richtlinien einer gemeinsamen Innenpolitik. Das “Tampere-Programm”, 1999 unter finnischer Präsidentschaft beschlossen, hatte hauptsächlich eine “Steuerung der Migrationsströme” zum Inhalt. Neben der Aufwertung der Polizeibehörde Europol wurde die Einrichtung einer “Task Force der europäischen Polizeichefs” beschlossen, die sich mit “internationalem Terrorismus” und “gewalttätigem politischem Aktivismus” beschäftigt.

2004 wurde mit dem “Haager Programm” die Schaffung eines “Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts” verabredet. Wieder wurden Verschärfungen in der Migrationspolitik beschlossen, darunter der Aufbau der “Grenzschutzagentur” Frontex und das Abfangen von Flüchtlingen bereits in ihren Herkunftsländern. Das “Haager Programm” stellte die “Abwehr von Terrorismus” in den Mittelpunkt. Auf der Ebene des Informationsaustauschs und der Zusammenarbeit galt fortan das “Prinzip der Verfügbarkeit”.

Die Richtlinien von 2004 sind bereits von vielen EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt: Vereinheitlichung der “Terrorismus”-Gesetzgebung, Vorratsdatenspeicherung, Ausbau bestehender Datenbanken und gemeinsamer Zugriff darauf, grenzüberschreitende Polizeizusammenarbeit z.B. bei Sportereignissen oder politischen Massenprotesten, “Border Management”, Fingerabdrücke bei Antrag auf EU-Visum, ab 2009 biometrische Identifikatoren in neuen Ausweispapieren, Ausbau der Sicherheitsforschung, Zusammenarbeit in Strafsachen, Polizei im Ausland etc.

Das “Haager Programm” läuft aus, ein neues Programm soll nun im Herbst 2009 in Stockholm unter schwedischer EU-Präsidentschaft verabschiedet werden.

Während des deutschen EU-Vorsitzes 2007 schuf der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble mit dem damaligen EU-Kommissar für Inneres (“Justice and Home Affairs”), Franco Frattini, die “Future Group”. Diese “Future Group” bezeichnet sich selbst als “informelles Gremium” europäischer Innenminister, das Leitlinien europäischer Innenpolitik erarbeitet. Zur Verabschiedung des neuen “Stockholm Programms” hat die “Future Group” eine Wunschliste für “Polizeikooperation, Kampf gegen den Terrorismus, Management von Missionen in Drittstaaten, Migration und Asyl sowie Border Management, Zivilschutz, neue Technologien und Informationsnetzwerke” vorgelegt. Prioritäten sind das “Aufrechterhalten des ‘Europäischen Modells’”, “Bewältigen der zunehmenden Abhängigkeit zwischen innerer und äußerer Sicherheit” sowie die Gewährleistung eines “bestmöglichen Datenflusses innerhalb europaweiter Netzwerke”.

Die Maßnahmen, die in Stockholm beschlossen werden sollen, sind erst in einigen Jahren mit ihrer Ratifizierung in den Mitgliedsstaaten spürbar. Es stehen tiefgreifende Veränderungen auf dem Spiel: Ausbau und Vereinheitlichung von Polizei-Datenbanken, ein zentrales Bevölkerungsregister, “grenzüberschreitende Onlinedurchsuchung”, mehr Kontrolle des Internet, bessere Satellitenüberwachung, “Risikoanalyse” mittels Software, “e-borders” und “e-justice”, gemeinsame Abschiebeflugzeuge und – flüge, neue Flüchtlingslager in “Drittstaaten”, Einsatz des Militärs zur Migrationsabwehr, mehr polizeiliche Interventionen außerhalb der EU, Ausbau der paramilitärischen “Europäischen Gendarmerietruppe”, mehr Zusammenarbeit der In- und Auslandsgeheimdienste etc.
Angestrebt wird eine Art innenpolitische NATO mit der Schaffung einer “euro-atlantischen Kooperation im Bereich Freiheit, Sicherheit und Recht” ab 2014.

Auch in der NATO wird europäischer Innenpolitik eine zentrale Rolle beigemessen. Einerseits werden immer mehr Polizeimissionen in “Drittstaaten” lanciert, die dort Aufgaben der Militärs verrichten, Aufstände niederschlagen und lokale Polizeien trainieren. Zum anderen spielen NATO-Strategen den europäischen Innenministern den Ball gern zurück und verweisen auf die Wichtigkeit europäischer “Homeland Security”, ohne die eine “starke Verteidigung” nach außen nicht möglich sei. Die NATO sieht sich als Garant der “Sicherheit kritischer Infrastruktur” (z.B. Energie, Transport, Kommunikation) innerhalb der Mitgliedsländer.
Das Strategiepapier “Towards a Grand Strategy for an Uncertain World” von fünf Ex-Generälen, die in der Rüstungsindustrie verankert sind, fordert den Ausbau der “zivil-militärischen Zusammenarbeit”. Als “zivile Elemente” gelten z.B. Polizei, Nachrichtendienste, Forschung, Akademien, Zivilschutz, aber auch die private Sicherheitsindustrie. Die NATO will verstärkt auf die “Europäische Gendarmerietruppe” zurückgreifen.
Mit der “zivil-militärischen Zusammenarbeit” verschärft sich die Militarisierung sozialer Konflikte, unterfüttert durch innenpolitische Aufrüstung und neue “Anti-Terror”-Gesetze.

Der frühere EU-Kommissar für “Justice and Home Affairs”, Franco Frattini, wechselte nach den Wahlen in Italien 2008 ins Kabinett Berlusconis. Als neuer Außenminister ist er nun zuständig für den G8 auf der sardinischen Insel La Maddalena. Frattini sieht “Sicherheit” als zentrales Profil der neuen G8-Strukturen: “Europa kann, statt bloß Konsument, ein Produzent von Sicherheit werden. EU und NATO müssen sich aber integrieren statt sich zu überlagern. Wir werden diesen Gedankengang im Rahmen des G8 wieder aufgreifen”.
Italien verabschiedet “Sicherheitspakete” mit weitreichenden Verschärfungen für MigrantInnen. Nachdem die EU Lybien bereits mit Finanzhilfe zur Flüchtlingsabwehr ausgestattet hatte, hat auch Italien ein neues Kooperationsabkommen mit der lybischen Regierung unterzeichnet. Der italienische Rüstungskonzern Finmeccanica liefert Schnellboote, das Innenministerium freut sich dass Migration nun “auf null” reduziert würde.
Frattini bereiste Anfang 2009 Angola, Sierra Leone, Senegal und Nigeria um “Rücknahmeabkommen” für MigrantInnen auszuhandeln, die Länder mit Flüchtlingslagern auszustatten und fälschungssichere Pässe einzuführen. Es geht um Rohstoffsicherheit und ihre polizeiliche Durchsetzung: Im Gegenzug räumt Frattini den Regierungen eine Audienz beim G8-Gipfel ein, um den “Dialog zwischen erdölproduzierenden und – konsumierenden Ländern zu fördern”. Im Gefolge Frattinis reiste der italienische Polizeichef, um sofort die Umsetzung neuer Verträge zur Polizeiausbildung und Kooperation einzuleiten.

Als Auswirkungen des Zusammenbruchs des globalen Kapitalismus werden weltweit mehr Aufstände erwartet. Mit den jüngsten Riots in Griechenland, Island, Schweden, Litauen, Lettland, Bulgarien, Frankreich, Guadeloupe und Lampedusa ist Europa unmittelbarer Austragungsort heftiger Widersprüche und militanter Kämpfe geworden. Die in den zahlreichen Richtlinien, bilateralen Abkommen und Verträgen der letzten Jahre abgestimmten Maßnahmen für “Europa als Raum von Freiheit, Sicherheit und Recht” werden längst gegen antikapitalistischen Widerstand in Stellung gebracht, radikale Projekte und Bewegungen mit Ermittlungen und Verfahren nach “Terrorismus” überzogen. “Gemeinsame Ermittlungsgruppen” forschen, unterstützt von Europol, internationale Netzwerke aus. Handbücher und Datenbanken über “Troublemaker” sollen Proteste bei internationalen Großereignissen unter Kontrolle bringen.

Widerstand gegen die Zunahme von Überwachung und Kontrolle, gegen Repression und Aufstandsbekämpfung bleibt noch viel zu oft auf nationalstaatlicher Ebene stecken.
Wir rufen deshalb dazu auf, 2009 in mehreren grenzüberschreitenden Mobilisierungen die Entwicklung eines transnationalen Kampfes gegen die “Sicherheitsarchitekturen” voranzutreiben, egal ob sie von der NATO, den G8 oder EU zusammengezimmert werden sollen.
Wir sehen den Aktionstag zum NATO- Gipfel als Auftakt einer Kampagne für einen “Summer of Resistance 2009” gegen das globale “Sicherheitsregime”:

1. – 5. April | Frankreich/ Deutschland | NATO-Gipfel in Strasbourg, Baden-Baden und Kehl
8. – 10. Juli | Italien | G8-Gipfel | La Maddalena
25. – 31. August | Griechenland | no border camp | Lesvos
November oder Dezember | Schweden | Treffen der EU Innen- und Justizminister | Stockholm

Sicherheitsarchitekturen einstürzen!

¡No Pasarán! France | Gipfelsoli | Dissent! France | NoLager Bremen | Resistance des deux rives / Widerstand der zwei Ufer | transact | six hills Berlin | kein mensch ist illegal Hanau

Against NATO, G20, G8, Frontex and the “Stockholm Programme”!

Collapse the security architectures‭!

Since the end of the last millennium a modification of the‭ “‬security architecture‭” ‬within the EU takes place,‭ ‬which have been accelerated by the attacks of‭ ‬11‭ ‬September‭ ‬2001‭ ‬in the United States.‭ ‬Visible phenomena are for example the entanglement of internal and external security,‭ ‬a‭ “‬pooling‭” ‬of prosecution authorities and intelligence sevices and a simplified data exchange.‭
‬At the technical level we are confronted with new digital surveillance cameras,‭ ‬satellite surveillance,‭ ‬biometrics,‭ ‬drones,‭ ‬software for intelligent search in databases and new broadband networks to manage this huge flood of digital data.‭
‬New institutions and authorities have been created,‭ ‬including the‭ “‬European Police Office Europol,‭ ‬the police academy CEPOL,‭ ‬the border agency Frontex and the‭” ‬Committee for the Management of Operational Cooperation‭ " ‬of all police agencies of the EU within its intelligence operation assessment center.
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At the initiative of former French Defense Minister‎ (‏and current Interior Minister‭) ‬Michèle Alliot-Marie the‭ "‬European Gendarmerie Force‭ (‬EGF‭) ‬was founded and has been established in‭ ‬2004.‭ ‬The EGF shall ensure the‭ “‬public order‭”‬,‭ ‬combat insurgency,‭ ‬obtain intelligence information and protect property in conflict areas.

The security industry is likely one of the few branches that profits massive from the current crisis of capitalism and the resulting battles.‭

‬Europe’s police forces are preparing themselve for protest and resistance against the impact of the crisis.‭ ‬Even the chairman of the International Monetary Fund IMF admits that in future more riots are expected.‭
‬The institutions of the‭ “‬leading economic nations‭” ‬are forced to re-organize themselves.‭ ‬The‭ “‬summits‭” ‬of NATO,‭ ‬G8‭ ‬and G20‭ ‬are of central importance for this reorganization.‭ ‬Topics such as climate,‭ ‬migration and agriculture are considered as threat to the security of a‭ “‬western lifestyle‭”‬.‭
‬Within the European Union,‭ ‬domestic political changements are taking place,‭ ‬whose effects are currently difficult predict.

Every five years,‭ ‬the interior and justice ministers of the new EU adopt new directives for a common domestic policy.‭ ‬The‭ “‬Tampere Program‭”‬,‭ ‬terminated in‭ ‬1999‭ ‬under the Finnish Presidency,‭ ‬was primarily a‭ “‬management of migration flows‭”‬:‭ ‬In addition to the appreciation of the police authority Europol was the establishment of a‭ “‬Task Force of EU Police Chiefs‭’” ‬which‭ ‬deals with‭ “‬international terrorism‭” ‬and‭ “‬violent political activism‭”‬.

With the‭ “‬Hague Program‭” ‬in‭ ‬2004,‭ ‬it has been agreed upon the creation of an‭ “‬area of freedom,‭ ‬security and justice‭”‬.‭ ‬Again it was decided on intensifications of migration policy,‭ ‬including the construction of Border Agency‭ “‬Frontex‭” ‬and the interception of refugees already in their home countries.‭ “‬The Hague Program‭” ‬puts the‭ “‬defense of terrorism‭” ‬in the center.‭ ‬At the level of information exchange and cooperation was now count on the‭ “‬principle of availability‭”‬.‭
‬The guidelines of‭ ‬2004‭ ‬are already implemented by many EU member states:‭

Standardization of the‭ “‬terrorism‭” ‬legislation,‭ ‬data retention,‭ ‬expansion of existing databases and shared access,‭ ‬cross-border police cooperation for example at sporting events or political mass protests,‭ “‬Border Management‭”‬,‭ ‬fingerprints when application for EU visa,‭ ‬from‭ ‬2009‭ ‬new biometric identifiers in identity documents,‭ ‬the development of security research,‭ ‬cooperation in criminal matters,‭ ‬police abroad etc.

‎"‏The Hague Program‭" ‬is running out and a new program should be decided on in autumn of‭ ‬2009,‭ ‬in Stockholm under the Swedish EU Presidency.‭
‬During the German EU Presidency‭ ‬2007,‭ ‬the German Interior Minister Wolfgang Schäuble created with the,‭ ‬then European Commissioner for Internal Affairs‭ ( “‬Justice and Home Affairs‭”)‬,‭ ‬Franco Frattini,‭ ‬the‭ “‬Future Group‭”‬.‭ ‬This‭ “‬Future Group‭” ‬describes itself as‭ “‬informal body‭” ‬of European interior ministers,‭ ‬which drafted guidelines for European home affairs.‭
To adopt the new‭ “‬Stockholm program‭”‬,‭ ‬the‭ “‬Future Group‭” ‬submitted a wish-list for‭ "‬police cooperation,‭ ‬fight against terrorism,‭ ‬management of missions in third countries,‭ ‬migration,‭ ‬asylum and border management,‭ ‬civil protection,‭ ‬new technologies and information networks‭ "‬.‭ ‬Priorities are the maintenance of the‭ “‬European model‭”‬,‭ “‬coping with the growing interdependence between internal and external security‭” ‬and ensuring of‭ “‬Europe-wide the best possible data networks‭”‬.

The measures which shall be decided in Stockholm will only be noticeable by the member states within its ratification in a few years.‭ ‬There are profound changes in the game:‭
development and standardization of police databases,‭ ‬a central population register,‭ ‬"cross-border online search‭"‬, more control of the Internet,‭ ‬better satellite tracking,‭ ‬risk analysis‭ “‬software, ‭”‬e-borders‭" ‬and‭ “‬e-justice‭”‬,‭
Common deportation planes and flights,‭ ‬new refugee camp in‭ “‬third countries‭”‬,‭ ‬the use of the military defense of migration,‭ ‬more police interventions outside the EU,‭ ‬the expansion of paramilitary‭ “‬European Gendarmerie Force‭”‬,‭ ‬more cooperation between domestic and foreign secret services,‭ ‬etc.‭

The aim is a kind of domesticalNATO,‎ ‏with the creation of a‭ “‬Euro-Atlantic cooperation in the area of freedom,‭ ‬security and justice‭” ‬from‭ ‬2014.

Also the NATO attaches value to the central role of the European domestic politics.
On one hand,‭ ‬more and more police missions in‭ “‬third countries‭” ‬were launched,‭ ‬which perform there tasks of the military,‭ ‬strike down local uprisings and train local police units.‭
On the other hand,‭ ‬NATO-strategists play the ball back to the European interior ministers and refer to the importance of European‭ “‬Homeland Security‭” ‬without a‭ “‬strong defense‭” ‬to the outside wouldn’t be possible.‭ ‬The NATO sees itself within member countries as the guarantor of security of‭ “‬critical infrastructure‭” (‬like energy,‭ ‬transportation,‭ ‬communication‭)‬.‭
‬The strategy document‭ “‬Towards a Grand Strategy for an Uncertain World‭” ‬by five ex-generals,‭ ‬which areanchored in the defense industry,‭ ‬calls for the expansion of‭ “‬civil-military cooperation‭”‬.‭ ‬Considered as a‭ “‬civilian elements‭” ‬are for example Police,‭ ‬intelligence,‭ ‬research,‭ ‬academies,‭ ‬civil protection but also the private security industry.‭ ‬NATO wants to intensify the fall back on the‭ “‬European Gendarmerie Force‭”‬.‭
‬With the‭ “‬civil-military cooperation‭” ‬the militarization of social conflicts is increasing,‭ ‬underpinned by domestic political rearmament and new‭" ‬anti-terror‭ "‬laws.

The former EU Commissioner for Justice and Home Affairs,‭ ‬Franco Frattini,‭ ‬has changed in Berlusconi’s Cabinet after the elections in Italy‭ ‬2008.‭ ‬As the new foreign minister,‭ ‬he is now responsible for the G8‭ ‬on the Sardinian island of La Maddalena.‭ ‬Frattini sees‭ “‬security‭” ‬as the central profile of the new G8‭ ‬structures:‭ “‬Europe can,‭ ‬rather than just a consumer,‭ ‬be a producer of safety.‭ ‬But EU and NATO need to integrate,‭ ‬rather to interfere with each others.‭ ‬We back up these thoughts in the context of the G8‭”‬.‭
‬Italy has adopted a‭ “‬security package‭” ‬in May‭ ‬2008‭ ‬with far-reaching tightenings for Migrants.‭ ‬After the EU already equipped Libya with financial help for refugee defense,‭ ‬also Italy signed a new cooperation agreement.‭
The Italian arms corporate group‭ “‬Finmeccanica‭” ‬delivers speedboats and the Interior Ministry is pleased that migration would now be diminished on‭ "‬zero‭"‬.

Frattini traveled early‭ ‬2009‭ ‬to Angola,‭ ‬Sierra Leone,‭ ‬Senegal and Nigeria to negotiate over‭ “‬readmission agreements‭” ‬for migrants,‭ ‬to equip the countries with refugee camps,‭ ‬and to introduce tamper-proof passports.‭ ‬It’s again all about the securisation of raw material and police enforcement:‭ ‬In return Frattini acknowledges an audience with the G8‭ ‬summit for the countries,‭ ‬to‭ “‬promote the dialogue between oil producing and‭ ‬-‭ ‬consuming countries‭”‬.‭
In the delegation travelling Frattini,‭ ‬the Italian police chief who immediately implement new contracts for police training and cooperation procedure.‭

‬As the consequence of the collapse of global capitalism around the world,‭ ‬more uprisings are expected.‭ ‬With the recent riots in Greece,‭ ‬Iceland,‭ ‬Sweden,‭ ‬Lithuania,‭ ‬Latvia,‭ ‬Bulgaria,‭ ‬France,‭ ‬Guadeloupe and Lampedusa,‭ ‬the EU became the venue of intense contradictions and militant struggles which.‭
In the numerous directives,‭ ‬bilateral agreements and treaties,‭ ‬of the past few years concerted measures for‭ “‬Europe as an area of freedom,‭ ‬security and justice‭”‬,‭ ‬are long ago brought into position against anti-communist resistance and radical projects and movements are covered with investigations and prosecutions for‭ "‬terrorism‭"‬.‭ “‬Joint investigation teams‭” ‬research‭ ‬-‭ ‬supported by Europol‭ ‬-‭ ‬international networks.‭ ‬Manuals and databases on‭ “‬Troublemakers‭” ‬will be bring protests at major international events under control.

Resistance against the increase in surveillance and control,‭ ‬against repression and anti-riot is still stuck too much often on a national level.‭
‬Therefore we call to push the development of a transnational struggle against the‭ “‬security architecture‭”‬,‭ ‬in‭ ‬2009‭ ‬at several cross-border mobilizations,‭ ‬whether they are timbered by the NATO,‭ ‬G8‭ ‬or EU.‭

‬We see the action day at the NATO summit as the kick off of the campaign for a‭ “‬Summer of Resistance‭ ‬2009‭” ‬against the global‭ “‬security regime‭”‬:‭

‬¡No Pasarán! France | Gipfelsoli | Dissent! France | NoLager Bremen | Resistance des deux rives / Widerstand der zwei Ufer | transact | six hills Berlin | kein mensch ist illegal Hanau

Bring down the security architectures‭!