Demnächst unterwegs: Ufo-Schwärme im Dienst der Forschung und des Katastrophenschutzes

Ein Forscherteam aus Unternehmen, einem Fraunhofer-Institut und drei Hochschulen – darunter die Universität Münster – will erstmalig einen Schwarm unbemannter Flugobjekte nutzen, um dreidimensionale Ansichten von Gebäuden und ganzen Stadtteilen zu erstellen.

[echo-muenster.de] Die münstersche Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Klaus Hinrichs vom Institut für Informatik ist dabei verantwortlich für die Datenaufbereitung der von den Drohnen gesendeten Kamerabilder.

Acht Millionen Euro vom Land

Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen (Innovationsministerium) stellt für das Vorhaben, das zu den Gewinnern des Spitzentechnologiewettbewerbs "Hightech.NRW" gehört, in den nächsten drei Jahren acht Millionen Euro zur Verfügung. Das teilte das Innovationsministerium heute mit.

Viele denkbare Einsatzfelder

Ein mögliches Einsatzfeld der unbemannten Flugobjekte ist die Solarpotenzialanalyse von Stadtgebieten, bei der Dachflächen auf ihre Eignung für Fotovoltaik-Anlagen gesichtet werden. Ein anderes Anwendungsgebiet könnte die Optimierung der Arbeit von Rettungsdiensten im Katastrophenfall sein. Die Flugobjekte, die unter der Leitung von Wissenschaftlern der Technischen Universität Dortmund entwickelt werden, sollen mit modernsten Funk- und Bildverarbeitungstechnologien ausgestattet sein und schnell qualitativ hochwertige Bilder an eine Bodenstation senden. Heute basieren hochgenaue dreidimensionale Ansichten geografisch interessanter Gebiete häufig auf kostspieligen Luftbildaufnahmen aus Flugzeugen und einer aufwendigen, manuellen Nachbearbeitung, so das Innovationsministerium.

Aktuell und dreidimensional

"Unsere Aufgabe in diesem Projekt besteht darin, die Luftbilder passgenau darzustellen und daraus dreidimensionale Modelle zu rekonstruieren", erklärt der münstersche Wissenschaftler Dr. Frank Steinicke. "Im Unterschied zu existierenden Lösungen zur Darstellung von virtuellen Stadt- und Geländemodellen wie ‚Google Earth‘ werden die Daten nahezu in Echtzeit den aktuellen Bestand zeigen – und nicht den um mehrere Jahre veralteten. Diese aktuellen Daten sollen zum Beispiel im Bereich des Katastrophenschutzes verwendet werden, um einen Überblick, aber auch detaillierte Ansichten von unzugänglichen Regionen zu erhalten."

Source: http://www.echo-muenster.de/node/60548