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By europolice on 26. Oktober 2007
Brüssel, den 7. Dezember 2006
EU-Forschungsprojekt erhöht Sicherheit bei Großveranstaltungen weltweit
Die Europäische Kommission wird heute am Sitz der Vereinten
Nationen in New York die Ergebnisse des Forschungsprojekts EU-SEC
vorstellen, bei dem Wege zur Verbesserung der Sicherheit bei
Großveranstaltungen, beispielsweise bei der Olympiade oder bei
Fußballweltmeisterschaften und internationalen Gipfeltreffen, erkundet
wurden. Das Projekt wird von den Vereinten Nationen koordiniert und
bringt die Innenministerien und Polizeibehörden von 10 EU-Ländern sowie
das Europäische Polizeiamt (Europol) zusammen. Die Partner haben ein
Handbuch vorbildlicher Praktiken für die Gefahrenabwehr bei
Großveranstaltungen ausgearbeitet und werden ihre nationalen
Forschungsprogramme zusammenlegen, um gezielte Forschungsarbeiten zur
Sprengstofferkennung, zur Nutzung und Kontrolle privater
Sicherheitsmaßnahmen und zur öffentlichen Information zu unterstützen.
Das Projekt wird auf einer UN-Konferenz zum Thema „Mehr Sicherheit bei
weltweiten Großveranstaltungen“ vorgestellt. Es wurde mit 1,8 Mio. EUR
des EU-Forschungsrahmenprogramms gefördert.
Das für Wissenschaft und Forschung zuständige Mitglied der
Europäischen Kommission Janez Potočnik sagte dazu: „Wir alle nehmen
gern an Großveranstaltungen wie der Fußballweltmeisterschaft oder den
Olympischen Spielen teil, aber die Gewährleistung der Sicherheit bei
solchen Massenveranstaltungen kann problematisch sein. Dieses Projekt
ist ein gutes Beispiel für Forschungsarbeiten zur Verbesserung unserer
Lebensqualität und belegt, dass wir viel weiter kommen, wenn wir
zusammenarbeiten.“
Vizepräsident Franco Frattini, das für Justiz, Freiheit und
Sicherheit zuständige Kommissionsmitglied, kommt zu folgendem Schluss:
„Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten tragen zur Stärkung der
Zusammenarbeit zwischen nationalen, europäischen und internationalen
Behörden bei. Sie sollten auch in der praktischen Umsetzung zur
Gewährleistung der Sicherheit bei Massenveranstaltungen Anwendung
finden.“ Continue reading „EU-Forschungsprojekt erhöht Sicherheit bei Großveranstaltungen weltweit“
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By europolice on 26. Oktober 2007
Wie bereits im letzten Jahr führte Cisco Systems GmbH auch 2007 den “Cisco Defense Networking
Day” auf Burg Namedy bei Andernach durch. Zahlreich Vertreter aus dem Bereich der Bundeswehr, der
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und aus der Industrie nahmen die Gelegenheit
wahr, sich über den neuesten Stand der Informations- und Kommunikationstechnologie zu informieren.
Unter Leitung von Thomas Mierschke, Director Sales Public Sector, und Uwe Franke, Leiter Defense
Deutschland, wurden innovative Lösungsmöglichkeiten für die aktuellen Herausforderungen in der
Kommunikation der Bundeswehr vorgestellt und demonstriert.
Im Rahmen des anspruchvollen
Tagesprogramms wurden zahlreich Vorträge und Präsentationen und abschließend ein Executive-Round
Table gehalten. Lesen Sie mehr zu dieser Veranstaltung auf Seite 41 des aktuellen Behörden Spiegel.
www.cisco.de
Quelle: Behörden Spiegel Online
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By europolice on 26. Oktober 2007
Die Hausdurchsuchungen bei Kritikern des G8-Gipfels wurden unter anderem mit Suchbegriffen bei der Internetrecherche begründet.
Heute schon nach "Dussmann" gegoogelt? Nach "Heiligendamm"? Nach
"Irak"? Oder nach "Hitler" ohne "Guido Knopp?" Wie jetzt ans Licht kam,
reicht so etwas potentiell für eine Hausdurchsuchung. Bisher muss noch
eine "Internetüberwachung" angeordnet werden, damit Behörden wissen,
wer was googelt. Aber nach der Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung
droht die Begründung für eine Hausdurchsuchung bei jedem Bürger mit
Internetanschluss zur reinen Formalie zu werden.
Rückblick 2005: Labournet und Paul Lafargue
Im Juli 2005 kam es zu Hausdurchsuchungen beim
Labournet,
genauer: bei Mag Wompel (verantwortliche Chefredakteurin), Wolfgang
Schaumberg (Vorstandsvorsitzender des Trägervereins) und Ralf Pandorf
(Redaktion und Vorstand). Konfisziert wurden hier Computer (Laptops,
Server, Ersatzgeräte), viele CD-ROMs, Disketten und Teile des
archivierten Schriftverkehrs. Die Begründung für diese
Hausdurchsuchungen mutete absurd an.
Ein Flugblatt, aufgemacht, als sei es von der
Bundesagentur für Arbeit kommend, war verteilt worden. Im darauf
folgenden Bekennerschreiben hatte sich das "Kommando Paul Lafargue" für
das Flugblatt verantwortlich gezeichnet und ferner auf Labournet
hingewiesen.

Damit ist genau das eingetreten, was wir befürchtet hatten:
Auf dem eigentlichen Flugblatt steht nichts vom Labournet, von
ursächlicher ‚Urkundenfälschung‘ kann also keine Rede sein. Und ein
nachfolgendes Bekennerschreiben eines ‚Kommandos Paul Lafargue‘ mit dem
Hinweis auf unsere
Homepage und die
Aktion Agenturschluß
reicht aus, um die Wohnungen von drei Menschen zu durchsuchen. Es gibt
also tatsächlich mindestens einen Staatsanwalt und mindestens einen
Richter, der dies für so schwerwiegend hält, dafür das Prozedere einer
Hausdurchsuchung in Gang zu setzen.
Ralf Pandorf von Labournet
2007: Dussmann, Anschläge und Flugblätter
Die jüngsten Hausdurchsuchungen (
Erinnerung an Genua)
erinnern angesichts der Begründungen an eben diese Hausdurchsuchungen
sowie an die Cicero-Affäre. Die Pannen, die bei diesen Durchsuchungen
vorkamen, sind vielfältig – Adressen wurden nicht überprüft, im Vorfeld
einer der Durchsuchten benachrichtigt usw. Besonders seltsam jedoch
mutet der Fall eines Mitgliedes der
Initiative Fels an. Continue reading „Telepolis: Vorsicht bei der Internetrecherche?“
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By europolice on 26. Oktober 2007
Alle
streiten über die Online-Durchsuchung privater PCs, doch niemand weiß,
wie sie funktionieren soll. Nun endlich wurde der so genannte
Bundes-Trojaner enttarnt: Das Technikmagazin CHIP beschreibt in seiner
aktuellen Ausgabe, mit welchen Mitteln das Bundeskriminalamt (BKA)
Computer verdächtiger Personen ausspähen will.
Demnach wird die Schnüffel-Software in aller Regel durch den
physikalischen Zugriff auf den Ziel-PC installiert – BKA-Experten
müssen also in die Wohnungen Verdächtiger eindringen. Der Autor des
Exklusivberichts beruft sich auf BKA-Präsident Jörg Ziercke und weitere
Quellen der Wiesbadener Ermittlungsbehörde.
Außer von Ziercke erhielt CHIP Informationen vom IT-Chef des BKA und
einem der Entwickler jener ominösen Software, die der deutschen
Öffentlichkeit seit Monaten Rätsel aufgibt. Dieses Programm nennt sich
„Remote Forensic Software“ (RFS) und ist mit dem kursierenden
Fachbegriff „Trojaner“ eigentlich falsch beschrieben: Dem Artikel
zufolge wird das Tool nur in Ausnahmefällen per Online-Übertragung auf
den Zielrechner gespielt; die Erfolgsaussichten dieser Methode seien
einfach zu schlecht. Vielmehr verfolge das BKA individuelle Strategien,
um so genannte Gefährder auszuspähen. Am Anfang jeder Maßnahme stünden
„Umfeld-Analysen“ – gemeint sei der Einsatz von V-Leuten, die sich der
Zielperson bereits lange vor einer PC-Durchsuchung widmeten.
Beim später folgenden Angriff auf den PC bevorzuge die Behörde
„robustes Agenten-Handwerk“, heißt es in dem CHIP-Artikel weiter: „Ein
BKA-Team dringt heimlich in die Wohnung ein und zieht Kopien von allen
Festplatten. Diese Daten analysiert dann der BKA-Software-Entwickler
und bastelt ein Tool, das perfekt auf die Rechner-Umgebung
zugeschnitten ist.“ Das modular aufgebaute Programm finde seinen Weg in
den Ziel-PC ebenfalls auf, so CHIP, „eher analoge Weise: Spezialisten
machen die Wohnung noch inmal auf und installieren das Tool. Das Programm gleicht also eher einer Überwachungswanze als einem Trojaner.“ Continue reading „Onlinedurchsuchung: Der „Bundestrojaner“ ist eine Wanze“
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By europolice on 26. Oktober 2007
HEILIGENDAMM/BERLIN
(Eigener Bericht) – Die polizeiliche Hilfsarbeit der
Deutschen Bahn AG bei Erfassung und Verfolgung von G8-Demonstranten ist
Teil einer bundesweiten Kooperation. Die Bahn AG, die ihre Kontrolleure
angewiesen hat, "größere Reisegruppen" als mögliche G8-Demonstranten zu
identifizieren, gibt Erkenntnisse über Passagiere regelmäßig weiter. Zu
den zivil-polizeilichen Operationszielen gehören "gemeinsame
Frühwarnstrukturen", in die auch andere deutsche Großunternehmen
einbezogen sind. Das Ausmaß der "Sicherheitspartnerschaften", die erst
anlässlich des G8-Gipfels Irritationen hervorrufen, offenbart eine
systematische Infiltration staatlicher Repressionsbehörden in
geschützte Bereiche gesellschaftlicher Öffentlichkeit. Zu den
polizeilichen Zulieferern gehören auch die Deutsche Telekom AG und die
Deutsche Post AG, die im Bundesland Nordrhein-Westfalen verschwiegene
Dienste leisten. Dabei geht es um die Meldung "sicherheitsrelevanter"
Erkenntnisse. Eine "Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft"
will die Kooperation "aktiv weiterentwickeln" und strebt "die
Einrichtung eines nationalen Sicherheitsrates" an. Neuer Höhepunkt der
staatlichen Absorption gesellschaftlicher Grundfreiheiten ist die
Durchleuchtung unliebsamer G8-Journalisten durch das Bundeskriminalamt
(BKA).
Totalitäre Züge
Wie gestern bekannt wurde, wird Berichterstattern über den kommenden
G8-Gipfel die Akkreditierung verweigert, wenn sie einer verdeckten
Überprüfung durch das Bundeskriminalamt nicht genügen. Die
Ausschlusskriterien sind unbekannt, eine detaillierte Begründung
erfolgt nicht. Die kaltgestellten Journalisten werden auf den Rechtsweg
verwiesen. Damit maßt sich die deutsche Exekutive an, über die
Ausführung des journalistischen Verfassungsauftrags nach eigenem
Belieben zu bestimmen. Diese Praxis, von der bis jetzt etwa 20
Berichterstatter betroffen sind, stellt Grundrechte auf den Kopf und
trägt deutlich totalitäre Züge. Continue reading „german-foreign-policy.com: Nationaler Sicherheitsrat“
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By europolice on 26. Oktober 2007
Technologien zur Unterstützung eines modernen Polizeieinsatzes
Anwendung am Beispiel Heiligendamm (Szenario). Vortrag beim Europäischen Polizeikongress in Berlin, 14.02.2007
Download pdf
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By europolice on 26. Oktober 2007

Dem Bundesrat schwebt die Errichtung einer europaweiten Datei über
international agierende Gewalttäter vor. In der auf Anraten von
Ausschüssen gefassten Entschließung
(PDF-Datei) fordern die Länder die Bundesregierung auf, sich auf
EU-Ebene für eine solche Datenbank etwa bei Europol und einen
verbesserten Informationsaustausch der Polizeibehörden einzusetzen.
Dies sei unerlässlich, um insbesondere im Vorfeld der von reisenden
Gewalttätern bedrohten Veranstaltungen zielgerichtete Maßnahmen gegen
diese Personen in ihren Heimatländern und am Veranstaltungsort
durchführen zu können.
Als Hintergrund der Initiative führt der Bundesrat Erfahrungen mit
international agierenden Gewalttätern an, durch die es bei
wirtschaftlichen, sportlichen und politischen Veranstaltungen
regelmäßig zu massiven Ausschreitungen gekommen sei. Als Beispiel dient
den Ländern der G8-Gipfel in Heiligendamm. Um gegen gewaltbereite
Personen oder Hooligans vorgehen zu können, müssten die Einsätze der
Sicherheitsbehörden präzise abgestimmt werden. In der Vergangenheit
seien bei Polizeieinsätzen Defizite im internationalen Datenaustausch
deutlich geworden, kritisiert die Entschließung. So seien zum Beispiel
einsatzführende Polizeibehörden nicht hinreichend über die aus dem
Ausland anreisenden gewaltbereiten Störer unterrichtet worden. Mithilfe
einer europaweit verfügbaren Gewalttäterdatei und einem lagebezogenen
Informationstransfer könnte der Austausch von Erkenntnissen über
Gewalttäter nachhaltig verbessert werden. Continue reading „Länder fordern EU-weite Datei zu Gewalttätern“
Posted in Datenbanken, European Police, Europol, Policing Major Events
By europolice on 26. Oktober 2007
Die Bundesregierung hat eingeräumt, dass trotz gegenläufiger Urteile
des Berliner Amts- und Landgerichts die "überwiegende Anzahl" der
Bundesministerien und nachgeordneter Behörden IP-Adressen der Surfer
aufbewahre. Es gebe Gründe für die Speicherung von Daten, betonte der
parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Peter
Altmaier (CDU), am gestrigen Mittwoch auf Anfrage der Grünen im
Bundestag. "Sie wird zum einen unter Sicherheitsgesichtspunkten zur
Ermöglichung effizienter Reaktionen auf Angriffe aus dem Internet für
erforderlich gehalten." Dies empfehle etwa das Bundesamt für Sicherheit
in der Informationstechnik (BSI). Unter Statistikgesichtspunkten diene
die Vorhaltung der Netzkennungen über nicht genannte Zeiträume zur
Feststellung, "wie das Internetangebot angenommen wird und welche
Themenbereiche besonders gefragt sind". Nur so könnten auch häufige
Anfragen von Parlamentariern zum Kosten-Nutzen-Verhältnis von
Webpräsenzen beantwortet werden. Continue reading „Mehrzahl der Bundesministerien speichert IP-Adressen“
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By europolice on 26. Oktober 2007
Ein
leistungsfähiger Rechner mit Soundkarte, ein paar Kopfhörer – der
Arbeitsplatz von Olaf Köster ist unspektakulär. Seine Arbeit ist es
nicht. Gerade hat er wieder eine brisante Datei auf seinem Bildschirm.
Bauchige Wölbungen auf einer Geraden, die Abbildung einer verrauschten
Tonaufnahme. Sie stammt von einer Videoüberwachungskamera. Das Gerät
hat einen Todesfall in einem Yachthafen aufgezeichnet, nicht als Bild,
sondern akustisch. Eine Frau ist umgekommen. War es Mord oder ein
Unfall? Schreie sind zu hören, Wortfetzen. Für den Laien
unverständlich. Köster spielt die Datei wieder und wieder ab. Was wird
gesprochen und von wem? Welche Hintergrundgeräusche sind zu hören?
Solche Analysen sind Alltag für den 38-jährigen Phonetiker im
Bundeskriminalamt (BKA). Olaf Köster und eine Handvoll anderer Experten
arbeiten im Fachbereich forensische Sprecherkennung, einer noch jungen
Disziplin, die das BKA in den 1980er Jahren aufgebaut hat. Es geht
darum, akustische Spuren auszuwerten: Telefonaufzeichnungen von
Entführern oder Erpressern, Anrufe mutmaßlicher Gewalttäter bei der
Polizei, Mitschnitte von Telefonüberwachungen oder auch Aufzeichnungen
von Voicerekordern, die nach einem Flugzeugabsturz geborgen wurden.
Dramatisches Material, das Köster zuweilen an die Grenzen des
Ertragbaren bringt. Continue reading „Die Sprachdetektive des BKA“
Posted in BKA, Various
By europolice on 26. Oktober 2007
Bundeskriminalamt und Bundespolizei setzen hocheffiziente Softwaretechnologie zur Ermittlungsunterstützung ein
Das
Bundesinnenministerium hat einen Rahmenvertrag mit dem Oberhausener IT
Unternehmen rola Security Solutions GmbH geschlossen. rola liefert an
das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei ein Ermittlungs- und
Auswertesystem zur Unterstützung der kriminalpolizeilichen
Sachbearbeitung bei der Gewinnung und Erfassung und bei der Auswertung
und Analyse von Daten.
Damit sollen Beamte in den Bereichen Terrorismusbekämpfung,
Organisierte Kriminalität und Wirtschaftskriminalität wirkungsvoll in
ihrer Ermittlungs- und Analysetätigkeit unterstützt werden.
Mit Erfolg wurde rsCASE® bereits in einer Pilotphase im BKA
seit Herbst 2005 eingesetzt. Die überzeugende Eignung führte nun zum
Vertragsschluss.
Damit wird nun in den zuständigen Abteilungen von Bundeskriminalamt und
Bundespolizei dieselbe Software eingesetzt wie schon in den
Polizeibehörden der Bundesländer Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz,
Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Nordrhein-Westfalen
befindet sich in der Einführungsphase, weitere Länder haben bereits ein
deutliches Interesse bekundet. Eine Behörden und Bundesländergrenzen
überschreitende Kooperation wird auf diese Weise erheblich vereinfacht.
Die in Zeiten fortschreitender Internationalisierung von Kriminalität
unabdingbare weiterreichende Zusammenarbeit über nationale Grenzen
hinaus ist aufgrund der Mehrsprachigkeit von rsCASE® ebenso möglich.
Bereits sechs europäische Länder nutzen das System schon jetzt
erfolgreich. Continue reading „rsCASE® bei BKA und BPOL“
Posted in BKA, Datenbanken, Software/ IT, Various
By europolice on 26. Oktober 2007
IPO services are provided at no cost to governmental entities.
In
February 2005, the G8 Lyon-Roma/Anti-Crime and Terrorism Group, and the
Law Enforcement Projects Subgroup (LEPSG) produced a Handbook for
Crisis Prevention and Response at Major Special Events. The G8 Handbook
is intended to be of immediate assistance to G8 members in planning
security for major special events, and also potentially of assistance
to other nations that undertake to plan such events.
The
handbook incorporates expertise and best practice solutions based on a
compilation of input during the period between 2004 and 2005 and aims
to facilitate effective crisis prevention and response measures at
special events by providing a security framework which incorporates the
experience of G8 members.
The Handbook is intended as a reference document for police and
other government authorities who are in the process of preparing for
major events. It was developed based on the security demands inherent
in Summer Olympic Games and includes security issues related to crime,
terrorism, civil disorder as well as potential crises that result from
natural disasters, medical epidemics and physical catastrophes caused
by human errors.
It includes sections on Organisation
(initial planning, administration, internal outreach, command and
control), Prevention (intelligence, public order management, legal
affairs, immigration and international entry), Protection (dignitaries
and athletes, venues, infrastructure), Transport Security (aviation,
maritime transportation, ground transportation), and Incident Response
(law enforcement, consequence management and public health) although it
does not provide specific details concerning the operational
implementation of these functions. Continue reading „New security handbook by LEPSG – Intended to assist G8 members planning security“
Posted in Crowd Control, English, European Police, Policing Major Events
By europolice on 26. Oktober 2007
DIE USA UND FRANKREICH ORGANISIEREN VORTSTADTKONTROLLE
J. M. Marti Font/Nick Turse; 17.Oktober 2007
Frankreich wird künftig “Modellbauflugzeuge” bei der Kontrolle
konfliktueller Stadtviertel einsetzen. Die Apparatur, die von den
Experten mit einer Taube vergilchen wird, ist einen Meter lang und 50
cm breit und beinhaltet eine Videokamera. Die von ihr erstellten
Aufnahmen sollen der französischen Polizei die Kontrolle bei
Demonstrationen und die Überwachung von konfliktreichen Stadteilen,-
und gefährlichen Zonen aus der Distanz erleichtern.
Das
“Täubchen” kann eine Höhe von bis zu 500 m errichen, arbeitet jedoch in
150 m am effektivsten. Die Funktionsdauer des Spions beträgt 40 Minuten
und sein Überwachungsradius umfasst 2 km. Die Kamera kann durch
Infrarot auch während der Nacht aufzeichnen und in penumbra perfekt
arbeiten.
Jedes einzelen dieser “Modellflugzeuge” kostet 10.000 Euro.
Hergestellt wird die neueste Spielart sozialer Kontrolle in Sirehna, in
der Gegend des des bretonischen Nants, das den Wettbewerb gewonnen hat,
der vom französischen Innenministerium organisiert worden war. Der
Präsident der Gemeinde, Jean-Pierre Le Goff, stellte sich gestern im
Zentrum des Salon Milipol, wo er sich an die im Sichrheitsbereich
arbeitenden Unternehmen gewandt hat. In Paris hat dieser Tage ein
internationales Treffen von PolitikerInnen und Polizeikräften zum Thema
Sicherheit stattgefunden.
Der Flugspion mit Namen ELSA, so Le Goff, “arbeitet lautlos und kann quasi nicht bemerkt werden”. Bei einem Unfall, würde keinerlei Gefahr entstehen; ELSA nämlich ist dem Modell nachempfunden: der Rumpf ist aus Polyurethanschaum und die Propller bestehen aus biegsamem Plastik. Continue reading „Stadtteilüberwachung mit Drohnen“
Posted in Crowd Control, Drohnen
By europolice on 26. Oktober 2007
Technische Optionen für die Online-Durchsuchung
Die meinen das Ernst: Das unbemerkte Durchsuchen von
PCs durch Ermittlungsbehörden soll gesetzlich geregelt
und anschließend auch technisch umgesetzt werden. Und
rein technisch wäre das sogar machbar. Doch erst bei
genauer Betrachtung zeigt sich, in welches Dilemma die
Behörden dabei geraten.
Einige Spekulationen rund um das heimliche Ausforschen
von Internet-PCs kann man schnell aussortieren. Selbst
wenn es – wie im Kontext des sogenannten NSA-Keys
vermutet – tatsächlich eine Hintertür in Windows geben
sollte, käme die für solche Zwecke kaum zum
Einsatz. Käme die Existenz einer solchen Hintertür raus
– und das würde sie früher oder später – wäre es ein
PR-GAU ohnegleichen. Und es ist kaum vorstellbar, dass
ein multinationaler Konzern wie Microsoft das Wohl &
Wehe seines Aktienkurses der Schweigsamkeit eines
deutschen Polizisten anvertraut.
So ganz ohne weiteres kann man nicht von außen auf die
Daten eines Rechners zugreifen; im Regelfall wird der
Netzwerkverkehr des Zielsystems gefiltert. Auf Systemen
mit direktem Internet-Zugang kommen oft Personal
Firewalls zum Einsatz, in vielen Fällen erledigt diese
Aufgabe aber auch ein externer Router mit
Firewall-Funktionen, der nur ausgehenden Verkehr zu
lässt. Zugang für Online-Durchsuchungen über eine
Hintertür in Firewalls ist zwar technisch möglich
aber schon aufgrund der
Vielfalt eher unwahrscheinlich. Somit muss man
irgendwas an der Firewall vorbeischmuggeln, was dann
die Tür von Innen öffnet.
Aufgabenteilung
Dabei ist es sehr naheliegend, dass sich der
Bundestrojaner an der Architektur moderner Schädlinge
orientiert, die eine strikte Aufgabenteilung vornehmen:
die Infiltration und die eigentliche Spionage. Bei der
Infiltration geht es darum, einmalig die
Sicherungsmechanismen des PCs zu umgehen und ein
kleines Programm zur Ausführung zu bringen. Gefragt ist
hier also ein typisches trojanisches Pferd.
Einmal im Innern lädt der Trojaner das eigentliche
Überwachungsmodul nach, das sich dann im System
einnistet, dort versteckt, Daten sammelt und diese
entweder aktiv nach außen verschickt oder solange
bereit hält, bis sie abgerufen werden. Das entspricht
vom Anforderungsprofil einer Mischung aus Spyware und
Rootkit. Der weitere Text unterscheidet folglich
zwischen einer Trojaner- und einer Spyware-Komponente.
Diese Trennung in zwei Komponenten bringt eine Reihe
von Vorteilen mit sich. Insbesondere kann man das
trojanische Pferd vergleichsweise einfach und schnell
neu erstellen, um Viren-Signaturen auszuweichen oder es
sogar individuell auf die Zielperson maßzuschneidern.
Die technisch anspruchsvollere Spyware-Komponente
hingegen kommt erst zum Einsatz, wenn man bereits einen
Treffer gelandet hat und wird somit keinem unnötigen
(Entdeckungs-)Risiko ausgesetzt. Continue reading „Bundestrojaner: Geht was – was geht“
Posted in Kommunikation, Remote Forensic, Various
By europolice on 26. Oktober 2007
Wer
auf der Internetseite des Bundeskriminalamts recherchiert, wird
registriert – und möglicherweise zurückverfolgt. Weil Internetprovider
Daten ihrer Kunden oft nur kurz speichern, soll nun das Gesetz geändert
werden.
Die Internetseite des Bundeskriminalamtes hat
nur 14 Zeilen. Unter „offene Tatkomplexe“ beschreibt die Behörde die
nach ihrer Darstellung linksterroristische Vereinigung „Militante
Gruppe“. Sie erwähnt etwa Bekennerschreiben zu zehn Brandanschlägen in
Berlin und Umgebung – und die Beschäftigung der Aktivisten „mit
verschiedenen linksradikalen Themenfeldern, aktueller Schwerpunkt ist
die beabsichtigte Kürzung von Sozialleistungen“, dazu gibt es ein paar
Links. Wer sich im Netz diese offizielle Information einholt, riskiert
was: Ausweislich eines Vermerkes der Behörde, der dem Tagesspiegel
vorliegt, werden seit September 2004 die IP-Adressen – es geht um
Zahlenkolonnen, die der eindeutigen Identifizierung von Rechnern dienen
– aller Besucher dieser Internetseite registriert. Zudem versuchte die
Behörde, einen Teil der Computerbesitzer zu identifizieren, die die
betreffende BKA-Website besucht hatten.
Ursprünglich hatte das BKA die Identität
von 417 Personen feststellen wollen. Dabei handelte es sich nicht um
Tatverdächtigte, sondern offenbar um alle Personen, die sich zwischen
dem 28. März und dem 18. April diesen Jahres auf den Internetseiten des
Bundeskriminalamtes über die „Militante Gruppe“ informieren wollten.
Weil aber ein großer Teil der IP-Adressen von Providern stammte, die
diese nur kurze Zeit speichern, wurde die Identifizierung von „nur“
rund 120 Telekom-Kunden beantragt. Das BKA
habe „einen weiteren Teil“ der IP-Adressen „resseorganen bzw. einzelnen
Firmen oder Universitäten“ zugeordnet, heißt es. „Anhand dieser Daten
werden weiterführende polizeiliche Ermittlungen wie unter anderem die
Identifizierung weiterer Mitglieder der „militanten gruppe“ (mg)
ermöglicht“, begründen die Beamten ihren Antrag . Sie verweisen zudem
auf die „zeitliche Dringlichkeit der Bearbeitung“, da die Speicherfrist
für die IP-Adressen und deren Zuordnung zu bestimmten Kunden begrenzt
sei. Die Bundesregierung arbeitet gegenwärtig an einem neuen Gesetz,
das Internetprovidern eine längere Datenspeicherung vorschreibt. Continue reading „Tagesspiegel: BKA. Der falsche Klick“
Posted in Kommunikation, Various
By europolice on 26. Oktober 2007
oder wie man die Aufhebung der Trennung zwischen innerer und äußerer Sicherheit praktisch durchexerziert.
Bundesinnenminister
Schäuble redet, wie viele andere internationale Sicherheitspolitiker,
immer von der Notwendigkeit der Verschmelzung der
Sicherheits-Strukturen hin zu einer Sicherheitsarchitektur, für die zur
Gewährleistung einer Gesamtsicherheit die Trennung zwischen innerer und
äußerer Sicherheit auzugeben und aufzuheben sei.
Dies wird
primär mit dem islamistischen Terrorismus begründet, der nicht als
kriminelles Handeln einzelner Personen oder einzelner, eigenständig
handelndern Gruppierungen definiert, sondern als internationales
Netzwerk kooperierender und vernetzer islamistischer Terrorzellen
interpretiert wird, dem die Sicherheitspolitik einen militärischen
Status als quasi global agierende Untergrund-Armee unterstellt.
Diese
globale “Terror-Armee” führt einen Krieg gegen alle Staaten mit den
Guerilla-Methoden der asymmetrischen Kriegsführung. Die Antwort der
Staaten liegt deshalb im bekannten “Krieg gegen den Terror”.
Da sich die Einheiten dieser konstruierten “Terror-Armee” sowohl
krimineller als auch militärischer Methoden bedienen, sich konspirativ
organsisieren, verständigen, informieren und ihre “Angriffe”
geografisch flexibel und unabhängig durchführen, folgt für die
Vertreter der vereinheitlichten Sicherheit zwangsläufig, dass dieser
Krieg nicht nur rein militärisch oder nur rein polizeilich zu führen
sei, nicht ausschließlich mit militärischen Verbänden, die mit
militärischen Mitteln nur zur äußeren Verteidigung eingesetzt werden
dürfen, Polizeibehörden, die nur mit zivilen Mitteln die innere
Sicherheit und Ordnung gewährleisten und Geheimdiensten, die weder über
militärische noch polizeiliche Befugnisse verfügen, sondern mit einem
zu schaffenden integrierten Komplex aller Sicherheitsorgane. Continue reading „Para-militärische Geheimdienst-Polizeien für die neue Sicherheitsarchitektur“
Posted in Crowd Control, European Police, Europol, Militaer, Policing Major Events
By europolice on 26. Oktober 2007
Pressemitteilung vom 26.10.2007 | 14:46
Bundesministerium des Innern (BMI)
„Ein Kompetenzzentrum für die Beobachtung des extremistischen und terroristischen Islamismus im Internet“
Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble hat heute (26. Oktober
2007) das Gemeinsame Internetzentrum der deutschen Sicherheitsbehörden
öffentlich vorgestellt und dabei eine positive Zwischenbilanz gezogen.
Das Gemeinsame Internetzentrum – kurz GIZ – habe sich innerhalb kurzer
Zeit zu einem zukunftsweisenden Kompetenzzentrum für die Beobachtung
des extremistischen und terroristischen Islamismus im Internet
entwickelt, betonte der Bundesminister des Innern am Freitag bei seinem
Besuch im GIZ.
Das GIZ nahm in der ersten Januarwoche 2007 in Berlin-Treptow
seine Arbeit auf. Seine Aufgabe ist die Beschaffung und Bewertung von
Informationen zur Bekämpfung des islamistischen Extremismus und
Terrorismus durch die Beobachtung einschlägiger Internetseiten.
Vorrangiges Ziel ist die frühzeitige Erkennung extremistischer und
terroristischer Aktivitäten, insbesondere solcher zur Vorbereitung von
Anschlägen sowie von Rekrutierungs- und Radikalisierungsbemühungen im
Internet. Continue reading „Dr. Wolfgang Schäuble zieht positive Zwischenbilanz für das Gemeinsame Internetzentrum (GIZ)“
Posted in Datenbanken, Various
By europolice on 26. Oktober 2007
“Risk Control”, Internationale Polizeikooperation, “Handhabung von Menschenmassen”, neue Sicherheitstechnologie
In
den letzten 3 Jahren hat es einen Schub zur Vernetzung und Kooperation
internationaler Polizeibehörden gegeben. Europaweit werden Gesetze zu
mehr Überwachung angeglichen. Neue Polizeiinstitute beraten über die
Vernetzung von Datenbanken. Forschungsprogramme sollen Methoden
entwickeln, um “sicherheitskritisches Verhalten” früh zu erkennen und
diskret zu beseitigen. Auf überregionalen Konferenzen beraten
sogenannte “Verbindungsbeamte” in “Closed door meetings” über grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Mehrere Institute bieten Beratung zur “Sicherheitsarchitektur” bei Gipfeltreffen oder Sportereignissen an. Ein zentrales Thema dabei ist die “Handhabung von Menschenmassen” (“Crowd Management”). Es gibt inoffizielle “Handbücher für Sicherheitsfragen” bei G8-Gipfeln. Continue reading „Veranstaltung in Berlin: Die “Sicherheitsarchitektur” bei “polizeilichen Großlagen”“
Posted in Europäischer "Polizeikongress", Policing Major Events
By europolice on 24. Oktober 2007
Do. 15.11, 19 Uhr 30 Cafe Median, Niklotstr. 5-6
“Risk Control”, Internationale Polizeikooperation, “Handhabung von
Menschenmassen”, Zäune bei G8-Treffen, neue Sicherheitstechnologie
Eine Mobilisierungsveranstaltung zur Kampagne gegen den “11. Europäischen Polizeikongreß” am 29./ 30. Januar 2008 in Berlin.
http://antirep.blogsport.de
Posted in Europäischer "Polizeikongress", Policing Major Events
By europolice on 24. Oktober 2007
vom
18. Oktober 2007
in dem Ermittlungsverfahren
gegen
wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung
Der
3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des
Generalbundesanwalts und des Beschuldigten am 18. Oktober 2007 gemäß §
304 Abs. 5 StPO beschlossen:
Die Beschwerde des
Generalbundesanwalts gegen den Beschluss des Ermittlungsrichters des
Bundesgerichtshofs vom 22. August 2007 (1 BGs 417/2007) wird verworfen.
Der Haftbefehl des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 1.
August 2007 (1 BGs 366/2007) wird aufgehoben.
Die Kosten des Rechtsmittels und die dem Beschuldigten hierdurch
entstandenen notwendigen Auslagen fallen der Staatskasse zur Last.
Gründe:
Der Generalbundesanwalt führt gegen den Beschuldigten ein
Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer
terroristischen Vereinigung. Auf seinen Antrag hat der
Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs am 1. August 2007 Haftbefehl
gegen den Beschuldigten erlassen, worauf dieser in Untersuchungshaft
genommen worden ist. Mit Beschluss vom 22. August 2007 hat der
Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs den Haftbefehl unter Auflagen
außer Vollzug gesetzt; der Beschuldigte ist daraufhin aus der
Untersuchungshaft entlassen worden. Gegen den Beschluss vom 22. August
2007 wendet sich die Beschwerde des Generalbundesanwalts. Das
Rechtsmittel hat keinen Erfolg; vielmehr führt es zur Aufhebung des
Haftbefehls.
Auf die Beschwerde hat der Senat nicht nur den
Beschluss vom 22. August 2007, sondern auch den Haftbefehl vom 1.
August 2007 zu prüfen; denn die vom Generalbundesanwalt erstrebte
Wiederinvollzugsetzung des Haftbefehls ist nur zulässig, wenn die
Voraussetzungen für die Anordnung der Untersuchungshaft gegeben sind
(OLG Stuttgart NJW 1982, 1296, 1297). Dies ist indessen nicht der Fall.
Der
Haftbefehl ist auf den Vorwurf gestützt, der Beschuldigte sei Mitglied
der “militanten gruppe (mg)”. Bei dieser handele es sich um eine
gewaltbereite linksextremistische Vereinigung, deren Zwecke und
Tätigkeit auf die Begehung von Delikten nach § 305 a StGB (Zerstörung
wichtiger Arbeitsmittel), § 306 StGB (Brandstiftung) und § 306 a StGB
(schwere Brandstiftung) gerichtet seien und die seit dem Jahr 2001 eine
Vielzahl von Brandanschlägen begangen habe; der Beschuldigte habe sich
daher gemäß § 129 a Abs. 2 Nr. 2 StGB strafbar gemacht.
Die
Voraussetzungen für den Erlass eines Haftbefehls liegen nicht vor; denn
weder die bis zur Anordnung der Untersuchungshaft am 1. August 2007
noch die danach angefallenen Ermittlungsergebnisse begründen gegen den
Beschuldigten einen dringenden Tatverdacht im Sinne des § 112 Abs. 1
Satz 1 StPO. Ein solcher ist nur gegeben, wenn den ermittelten
Tatsachen entnommen werden kann, dass sich der Beschuldigte mit große
Wahrscheinlichkeit der ihm angelasteten Tat schuldig gemacht hat; bloße
Vermutungen genügen dagegen nicht (vgl. Meyer-Goßner, StPO 50. Aufl. §
112 Rdn. 5 – 7 m. w. N.). Nach diesem Maßstab kann ein dringender
Tatverdacht gegen den Beschuldigten nicht bejaht werden.
Nach
Auffassung des Ermittlungsrichters und des Generalbundesanwalts folgt
der dringende Verdacht einer mitgliedschaftlichen Beteiligung an der
“militanten gruppe” maßgeblich aus mehreren Treffen des Beschuldigten
mit dem Mitbeschuldigten L. , die nach den Ermittlungen in
konspirativer Weise vereinbart und durchgeführt worden seien. L. sei
dringend verdächtig, als Angehöriger der “militanten gruppe” am 31.
Juli 2007 an einem versuchten Brandanschlag auf drei
Bundeswehrfahrzeuge beteiligt gewesen zu sein.
Durch die Ermittlungen wird belegt: Die Kontaktaufnahme zwischen den
beiden geschah über den E-Mail-Account “o @yahoo.de”. In dessen
Entwurfsordner speicherten (jedenfalls auch) der Beschuldigte und L.
beim Besuch von Internetcafés verschlüsselte Nachrichten, die vom
jeweils anderen beim Aufruf des Accounts gelesen werden konnten, ohne
dass sie als E-Mail verschickt werden mussten.
Ein
solches Vorgehen deutet zwar darauf hin, dass der Beschuldigte seine
Kontakte zu L. und die mit diesem zu besprechenden Themen geheim halten
wollte. Ohne eine Entschlüsselung der in den Nachrichten verwendeten
Tarnbegriffe und ohne Kenntnis dessen, was bei den – teilweise
observierten und auch abgehörten – Treffen zwischen dem Beschuldigten
und L. besprochen wurde, wird hierdurch eine mitgliedschaftliche
Einbindung des Beschuldigten in die “militante gruppe” jedoch nicht
hinreichend belegt. Dies gilt umso mehr, als der Beschuldigte
ersichtlich um seine Überwachung durch die Ermittlungsbehörden wusste
und daher ganz allgemein Anlass sehen konnte, seine Aktivitäten
innerhalb der linksextremistischen Szene, etwa eine Mitarbeit an der
Zeitschrift “radikal”, vor diesen zu verheimlichen. Continue reading „BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS StB 34/07“
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By europolice on 23. Oktober 2007
Zur
Antwort der Bundesregierung auf die PDS-Anfrage zu den im Frühjahr
errichteten sogenannten Gewalttäterdateien beim Bundeskriminalamt (BKA)
erklärt die innenpolitische Sprecherin der PDS-Fraktion, Ulla Jelpke:
Die neuen Dateien des BKA waren von der PDS von Anfang an
kritisiert worden. Unter öffentliche Kritik kamen sie beim G-8-Gipfel
in Genua, als bekannt wurde, dass auch unbescholtene, von der Polizei
nur verdächtigte Personen gespeichert und ihre Daten an italienische
Behörden weitergeleitet worden waren. In mehreren Fällen führte die
Speicherung sogar zu Ausreiseverboten.
1.423 Personen waren nach Auskunft der Regierung am 6.
September in den "Gewalttäterdateien" des BKA gespeichert, davon 858
Personen in der Datei "Gewalttäter Rechts", 426 in der Datei
"Gewalttäter Links" und 139 in der Datei "politisch motivierte
Ausländerkriminalität". Die Speicherung erfolgte, ohne dass bis heute
die Anhörung des Datenschutzbeauftragten beendet ist. Auch die im
Gesetz vorgeschriebene Anhörung der Länder dauert bis heute noch an. Continue reading „1.423 Personen in der „Gewalttäterdatei“ des BKA/ Regierung will Speicherpraxis nicht korrigieren“
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