Bericht: Speicherung biometrischer Daten bei Visa-Erteilung kommt im Sommer
geschrieben von europolice | 10 Mär, 2008Im Februar war bekannt geworden, dass die EU-Kommission nach US-amerikanischem Vorbild künftig Fingerabrücke von allen erfassen will, die nach Europa reisen oder ein europäisches Land verlassen. EU-Justizkommissar Franco Frattini wolle dies bis 2015 erreichen. Mit der nunmehr berichteten vorauseilenden Umsetzung wollen Auswärtiges Amt und Bundesinnenministerium laut Handelsblatt den Missbrauch bei der Einreise bekämpfen. Rund zehn Prozent der Visaanträge würden derzeit abgelehnt. Mit den gespeicherten Fingerabdrücken soll etwa verhindert werden, dass unter verschiedenen Namen mehrere Visa beantragt und dann verkauft werden.
Die gut 200 deutschen Auslandsvertretungen stellten vergangenes Jahr 136.000 nationale und 1,9 Millionen Schengen-Visa aus. Die Wirtschaft befürchtet nun, das biometrische Visum könne die ohnehin langen Genehmigungszeiten verlängern. Ein ungelöstes Problem sei, dass zur Erfassung biometrischer Daten künftig in jedem Fall eine persönliche Vorsprache nötig ist. Das Auswärtige Amt wolle bei häufigen Antragstellern nun mehr Langfrist-Visa ausstellen, heißt es in dem Bericht. (anw/c't)
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