Biometriegestützte Grenzkontrolle als schlechter Aprilscherz

geschrieben von europolice | 1 Apr, 2008
[kairaven] Was die Bundesregierung in Ihren Antworten auf eine Kleine Anfrage der FDP zum 2004 gestarteten, immer wieder verlängerten und bis heute andauernden Projekt der "Automatischen und Biometriegestützten Grenzkontrolle" am Frankfurter Flughafen zu sagen hat, ist leider ebensowenig ein Aprilscherz wie so viele andere aktionistische Sicherheitsprojekte, mit denen sie der Bevölkerung die Simulation der gefühlten Rundum-Sicherheit verkauft. (weiter)

Bericht: Speicherung biometrischer Daten bei Visa-Erteilung kommt im Sommer

geschrieben von europolice | 10 Mär, 2008
[heise] Die Bundesregierung will im kommenden Sommer die Einreiseerlaubnis für Aufenthalte von mehr als drei Monaten an die Speicherung biometrischer Daten knüpfen. Ab 2009 soll zudem laut einem Bericht im Handelblatt schrittweise auch die Vergabe von Schengen-Visa bis zu drei Monaten von der Speicherung von Abdrücken der zehn Finger und einer Gesichtsaufnahme abhängig gemacht werden. "Ab 2011 sollen dann für alle Drittstaaten-Visa solche Daten erforderlich sein", sagte demnach Georg Witschel, Leiter der Rechtsabteilung im Außenministerium. (weiter)

Europäisches Einreiseregister setzt auf Iriskontrolle

geschrieben von europolice | 14 Feb, 2008
[heise] Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll das von der EU-Komission geplante europäische Einreiseregister auf die biometrische Technik der Iris-Erkennung setzen und den Fingerabdruck nur in Ausnahmefällen benutzen. Vorbild des europäischen Gesetzesvorschlags, der heute von der Komission veröffentlicht wurde, ist der Iris-Scan der im Frankfurter Pilotprojekt Automatisierte Biometriegestützte Grenzkontrolle (ABG) nach Darstellung der EU sehr erfolgreich getestet wurde. Vor ausgewählten europäischen Zeitungsvertretern wurde der Iris-Scan vom für die Innere Sicherheit zuständigen EU-Kommissar Franco Frattini gelobt: "Kriminelle Leute werden abgewiesen, ehrliche Leute haben freie Fahrt", erklärte Frattini den Journalisten das Prinzip. (weiter)

EU will Außengrenzen mit Satelliten überwachen

geschrieben von europolice | 13 Feb, 2008

[tagesschau] Brüssel präsentiert Plan für verschärfte Kontrollen

Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, illegale Einwanderung, Schmuggel und Menschenhandel will die Europäische Union ihre Außengrenzen künftig noch strenger abschotten. Wie dies geschehen soll, dazu stellte EU-Innenkommissar Franco Frattini in Brüssel einen Plan vor.

So sollen ab 2015 die Fingerabdrücke aller Personen aus Drittstaaten erfasst werden, die in die Europäische Union einreisen. Auch elektronische Kontrollen der Iris sollen an europäischen Flughäfen massiv ausgeweitet werden. Die biometrischen Daten von Nicht-EU-Bürgern sollen in einem Ein- und Ausreiseregister gespeichert werden. Dieses schlägt automatisch Alarm, wenn die Aufenthaltserlaubnis abläuft, bevor der Betroffene wieder ausreist. Nach Kommissionsangaben ist das Visum von etwa der Hälfte der rund acht Millionen legal Eingewanderten in der EU abgelaufen. (weiter)

USA wollen mit Verbündeten internationale biometrische Datenbank einrichten

geschrieben von europolice | 15 Jan, 2008
Das FBI wird, wie der Guardian berichtet, zur Fahndung nach Terroristen im Rahmen des Programms "Server in the Sky" mit Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland eine internationale biometrische Datenbank einrichten. Die Staaten, die auch am globalen Lauschprogramm Echelon beteiligt waren oder noch sind, haben für das Projekt bereits die Arbeitsgruppe "International Information Consortium" gegründet.  (weiter)

Landesdatenschutzbeauftragter fordert Ausgabestopp für ePass

geschrieben von europolice | 1 Dez, 2007

Das Bundesinnenministerium (BMI) überprüft derzeit Hinweise von Datenschützern, nach denen es bei der Ausstellung der neuen elektronischen Reisepässe (ePass) gravierende Sicherheitsmängel gebe, so das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Erst seit etwa einem Monat sind digitale Fingerabdrücke ein weiterer Bestandteil der biometrischen Daten des ePass, neben einem Passfoto müssen Antragsteller auch zwei Fingerabdrücke abgeben.

Mecklenburg-Vorpommerns Landesdatenschutzbeauftragter Karsten Neumann stieß bei stichpunktartigen Kontrollen in Passämtern nach Angaben des Magazins auf "gravierende Sicherheitsmängel". In keinem Fall seien die datenschutzrechtlichen Vorschriften eingehalten worden. Dem zuständigen Landesinnenministerium in Schwerin empfahl Neumann daher, das Ausgabeverfahren vorerst auszusetzen. Dem gleichzeitig informierten Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar sollen ähnliche Berichte aus anderen Bundesländern vorliegen. (sha/c't)

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/99869

Korea will Fluggastdaten, Japan scannt bereits Fingerabdrücke

geschrieben von europolice | 28 Nov, 2007

Zwei asiatische Staaten rüsten bei der Terrorabwehr auf: Während koreanische Zollbehörden Zugriff auf die Fluggastdaten europäischer Fluglinien verlangen, hat Japan die biometrische Erfassung einreisender Ausländer eingeführt. Seit Anfang der Woche müssen Immigranten in dem fernöstlichen Land zwei Fingerabdrücke abgeben, sich fotografieren und ein kurzes "Interview" über sich ergehen lassen. Die Regelung nach US-Vorbild gilt nicht nur für Touristen und Geschäftsleute, sondern auch für in Japan wohnhafte Ausländer. Ausgenommen sind nur einige Gruppen mit Sonderstatus, wie koreanische Staatsbürger, die schon seit Jahrzehnten in Japan leben, oder Kinder unter 16 Jahren. Bürgerrechtler und Datenschützer sind besorgt über die in Kraft getretenen beziehungsweise geplanten Verschärfungen. Barry Steinhardt, Direktor der American Civil Liberties Union (ACLU), etwa warnt: "Es gibt,­ angeführt von den USA,­ Bemühungen, die Bewegung von Menschen weltweit zu verfolgen." (weiter)

Ab 2009: Überall zehn Fingerabdrücke bei Einreise in die USA

geschrieben von europolice | 28 Nov, 2007

Wie Government Executive im Artikel Ten fingerprints to be required at some airports for foreign visitors berichtet, startet ab nächster Woche die Erfassung aller zehn Fingerabdrücke am Washington Dulles International Airport für das US-VISIT System. Die hatte sich der U. S. Heimatschutzminister Chertoff von Anfang an gewünscht, sein Vorgänger Tom Ridge ebenso.

Neben der Aufrüstung von US-VISIT dient die Erfassung aller Fingerabdrücke auch der Vereinheitlichung der Speicherung und des Austausches von Fingerabdrücken aller US-Sicherheitsbehörden, die im Next Generation Identification System (NGI) ihren krönenden Höhepunkt finden soll.

Zur Zeit werden in ePässen nur zwei Fingerabdrücke aufgenommen (aber im Zweifelsfall alle zehng Finger gescannt). Wenn sich das US-System durchsetzt, wird sich das ändern bzw. ändern müssen, denn die USA wird international und in Europa auf die Aufnahme aller Fingerabdrücke drängen, um ihr neues System richtig nutzen zu können. (weiter)

Einkaufen mit falschem Fingerabdruck

geschrieben von europolice | 27 Nov, 2007

Das ARD-Wirtschaftsmagazin Plusminus hat zusammen mit dem Chaos Computer Club ausprobiert, wie sich die Fingerabdruck-Scanner in Edeka-Filialen überlisten lassen, um auf Kosten anderer einzukaufen. In der für den heutigen Dienstag Abend geplanten Sendung (21.50 Uhr) will das Magazin zeigen, wie ein Plusminus-Reporter mit der Kopie des Fingerabdrucks eines registrierten Kollegen problemlos auf dessen Kosten in einer Edeka-Filiale einkauft. Die Kopie soll dabei als Folie auf den Finger geklebt sein. Edeka soll schon in über 100 Filialen Fingerabdrucksysteme als Bezahlalternative anbieten.

Der Nachweis, dass ein Betrüger den Einkauf getätigt hat, dürfte schwer fallen. Fingerabdrücke als Identifikationsnachweis gelten als besonders sicher, da sie bei jeder Person unverwechselbar sind. Allerdings lassen sich die meisten Fingerabdrucksensoren mit nachgemachten Fingerabdrücken überlisten, wie c't bereits in Ausgabe 11/2002 und zuletzt in der Ausgabe 12/07 anhand diverser Notebooks feststellte(weiter)