Sachsens Polizei testet erste "Drohne"
19 Jan, 2008
Sachsens Innenminister, der Technik-Ingenieur Albrecht Buttolo (CDU) hat die Anschaffung der ersten Drohne
für die deutsche Polizei angeordnet. Das 65.000 € teure "Unmanned
Aerial Vehicle" (UAV) soll der Polizei Luftlagebilder bei
Fußballspielen verschaffen. Sachsen ist damit Pionier in Sachen neuer
Überwachungstechnik. In anderen Ländern der EU werden "Unmanned Aerial
Vehicles" bereits für viele Aufgabenbereiche eingesetzt.
Im militärischen Bereich dienen sie Armeen z.B. zur Zielmarkierung für Bomber oder Raketenangriffe, im Bild das "Honeywell MAV" (Micro Air Vehicle), das von den USA im Irak eingesetzt ist. Auch die Bundeswehr ist in Afghanistan und dem ehemaligen Jugoslawien mit Drohnen ausgerüstet.
Die
von der Polizei eingesetzten Fluggeräte gleichen Modellbauhubschraubern
mit 4 Rotoren, sog. "Quadrokoptern". Sie können bis zu 500 Meter hoch
fliegen, je nach Kamera liefern sie Fotos oder Videos. Durch
Elektromotoren sind sie geräuscharm, können allerdings nicht lange in
der Luft bleiben. Alle großen Konzerne der Verteidigungsindustrie
produzieren "UAV", z.B. Diehl in Überlingen ("Zielerfassungsgerät für
Infanteristen der Zukunft") oder EADS. Einer der Produzenten ist die
Firma microdones in Kreuztal bei Siegen. Viele dieser Firmen
präsentieren ihre Technik auf dem "11. Europäischen Polizeikongreß" in Berlin, auf dem auch Sachsens Innenminister spricht."Unmanned Aerial Vehicles" werden von der Polizei in Mailand und Paris zur Überwachung von "sozialen Brennpunkten" in der Luft platziert. Im schweizer Tessin überwachen Drohnen die "Grüne Grenze" zur "Migrationsabwehr" und haben bereits zu Festnahmen geführt, berichtet das Grenzwachtkorps stolz. Auch die Polizei in Zürich und London testet Geräte. 2008 findet in der Schweiz und Österreich die Europameisterschaft statt, die "Sicherheitsarchitektur" für das polizeiliche Großereignis sieht ebenfalls den Einsatz von Drohnen vor (dazu soll die deutsche Polizei mit Wasserwerfern und 2.000 Polizeikräften aushelfen).
In einem Forschungsprojekt der "Grenzschutzagentur" FRONTEX werden sogenannte "BSUAV - Border Security Unmanned Aerial Vehicles" zur Kontrolle der Außengrenzen sowie "Terrorismusbekämpfung" entwickelt. Das Programm FP7 kostet ca. 5 Mio. €.
In einem Forschungprojekt im us-amerikanischen Georgia
wird der Einsatz von Drohnen in "Schwärmen" gestestet. Drohnen könnten
quasi im "Schichtflug" pausenlos ganze Stadtteile überwachen und sich
per intelligenter Software selbst steuern. Ein weiteres Projekt zum
Einsatz "Autonomer Drohnen" in "Schwärmen" wird von Boeing und der U.
S. Air Force finanziert (siehe hierzu auch Kai Raven).Im Kontext des Chaos Computer Club experimentieren Bastler mit Drohnen. Einer der Testflüge fand kurz vor dem G8-Gipfel bei Heiligendamm statt, die Genehmigung mußte von der Polizeitruppe "Kavala" besorgt werden. Interessant der Dialog mit den Sicherheitsbeamten um Heiligendamm und dem Erbauer der Drohne:
"Ach, das ist unsere neue Drohne?" "Nein, das ist UNSERE neue Drohne." "Dann sind sie also vom BKA oder LKA?" "Nein." "Dann sind Sie von den Geheimen ..."






