Feuerwehranwendungen
19 Mär, 2008
Im Verlaufe des Jahres 2006 wurden im Leitstellensystem IGNIS weitere Verbesserungen vorgenommen.
Ein großer Teil der seit dem Jahr 2000 in Dienst befindlichen Workstations wurde durch Arbeitsplatz-Computer (APC) ersetzt. Dazu war es erforderlich, die Anwendungen auf das Betriebssystem LINUX zu portieren. Damit wurden LINUX-APC erstmalig in größerem Umfang bei der Berliner Feuerwehr eingesetzt.
Die im Jahr 2005 begonnenen Veränderungen in der Funk-Draht-Vermittlung (FDV) konnten mit den Portierungen und dem Austausch der beiden Server des Funkmeldesystems (FMS) erfolgreich beendet werden. Ein abschließender Lasttest erbrachte deutlich höhere Systemleistungen für die Verarbeitung von FMS-Telegrammen und Notrufen.
Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurden temporäre Wachen u.a. im Olympiastadion aufgebaut und betrieben. Alle Anforderungen an das Einsatzleitsystem wurden ohne Probleme erfüllt.
Im Rahmen der Ablösung des bisherigen Berichts- und Statistikmoduls IGNIS 3 wurde die neue Software IGNIS 3 web in den Probebetrieb überführt. An diesem Probebetrieb sind mehrere Wachen beteiligt. Ziel des Probebetriebes ist es einerseits Fehler festzustellen, andererseits zusätzliche Wünsche, Anregungen und Vorschläge für die weitere Verbesserung der Anwendung zu erhalten.
Anfang 2006 wurde die Arbeitsgruppe DV 4 Datennetze aus Teilen der Gruppen DV 2 und DV 3 zusammengelegt.
Es wurden ca. 40 alte Router auf Freiwilligen Feuerwachen durch neue Technik ersetzt. Dadurch kann mit der neuen Rückfallebene eine höhere Sicherheit auf X21- und ISDN-Strecken erreicht werden.
Gleichzeitig konnten weitere FF-Standorte von ISDN-Verbindungen auf Breitbandverbindungen umgebaut werden.
Der ELW3 wurde mit neuen Arbeitsplatzrechnern und einer drahtlosen Anbindung an das Datennetz ausgestattet.
Anfang des Jahres 2006 erfolgte die Inbetriebnahme des neuen Sprachkommunikationssystems in allen Bereichen der Berliner Feuerwehr. Mit dem Internet- Protokoll- Telefoniesystem (IPT- System) wurden an den Endgeräten neue Leistungsmerkmale bereitgestellt, die die tägliche Arbeit in den Dienststellen erleichtert. Die schrittweise Überführung des IPT- Systems in den Realbetrieb war eine logistische Herausforderung und konnte nur mit allen Mitarbeitern der SE IT erfolgreich realisiert werden.
Im zweiten Halbjahr lag der Schwerpunkt in der technischen Ausstattung der Feuerwache Hellersdorf. Durch die Mitarbeiter der SE IT wurden nicht nur die technischen Vorgaben an die Firmen übergeben und baubegleitend überwacht, sondern obendrein selbst feuerwehrspezifische Technik installiert. Dazu zählt die ELA- Zentrale, der Fernmeldeanlagentischsowie die Sicherheitstechnik. Erstmalig wurde die strukturierte Verkabelung auch für die Übertragung der Fernsehsignale genutzt. Über eine DVB-T- Empfangsbox wird das Fernsehsignal mit einem Cat- TV- Panel in das Verkabelungssystem eingespeist und am gewünschten Aufstellungsort des Fernsehgerätes mit einem Balun angeschlossen. Trotz einiger baulichen Schwierigkeiten konnte die Feuerwache Hellersdorf den Dienstbetrieb im Dezember aufnehmen und verfügt jetzt über den neusten technischen Ausstattungsgrad.
Im Jahr 2006 wurde die Ausstattung von FF- und NAW- Standorten mit neuen Telekommunikationssystemen fortgesetzt. Es wurden 16 FF- oder NAW- Standorte an das Netz der Berliner Feuerwehr angeschlossen. Ziel ist die vollständige Einbindung dieser Standorte in das Telekommunikationssystem der Berliner Feuerwehr. Mit dieser Umstellung sind die betreffenden Standorte über eigene Verbindungen erreichbar. Besonders vorteilhaft ist, dass die neuen Rufnummern dem bewährten Rufnummernkonzept der Feuerwachen entsprechen und sich damit eine Vereinfachung im täglichen Dienstbetrieb ergibt. Zusätzlich entfallen laufende Kosten in Form von Verbindungsentgelten
Neben den genannten Schwerpunkten waren im Jahr 2006 die täglichen Aufgaben zu leisten. Die Funkwerkstatt hat im vergangenen Jahr 750 tragbare Funkgeräte und deren Zubehör repariert sowie 1.300 Fahrzeugfunkgeräte in Einsatzfahrzeuge ein- bzw- ausgebaut, überprüft und instand gesetzt. Bei 367 HU- Überprüfungen der Einsatzfahrzeuge wurde eine Revision der Funktechnik durchgeführt und 122 defekte Funkgeräte festgestellt und repariert. 900 digitale Meldeempfänger der stadtweiten Alarmierungssysteme sowie 800 Personenrufempfänger der Grundstücksfunkanlagen in den Feuerwachen wurden repariert. Im Telekommunikationssystem wurden 1.000 Störungen und Änderungswünsche im Jahr 2006 bearbeitet. In 7 Feuerwachen wurden zentrale unterbrechungsfreie Stromversorgungsanlagen installiert, um die Informationstechnik auch bei Schwankungen oder Ausfall der Netzstromversorgung betreiben zu können. Auch in Dienststellen der Freiwilligen Feuerwehren wurden Modernisierungsmaßnahmen der Kommunikationsinfrastruktur und der Technik durchgeführt.


